Zeigt Szene – Masterausstellung

Zeigt Szene – Masterausstellung
30. Juni – 02. Juli, 2025

Lange Nacht der Wissenschaften

Lange Nacht der Wissenschaften,
28. Juni, 2025

Street Food Markt

Street Food Markt
21. – 22. Juni, 2025

Langer Tag der StadtNatur

Langer Tag der StadtNatur
14. – 15. Juni, 2025

Breathing Art – Live Painting & Yoga

Breathing Art – Live Painting & Yoga
10. – 11. Mai, 2025

8 Mai – Am Rand des Schweigens – der Weg auf den Teufelsberg

Am Rand des Schweigens –
Der 8. Mai auf dem Teufelsberg
08. Mai 2025

Katie O – Die Magie der Verbindung

Im Rahmen des Power of Female Art Festivals 2024 hat die talentierte Street-Art-Künstlerin Katie O ein beeindruckendes Wandbild auf dem Teufelsberg geschaffen, das die Besucher in eine Welt der Magie und Verbundenheit entführt. Ihre Werke sind für ihre eindrucksvolle Größe und die tiefgründigen Geschichten bekannt, die sie mit ihren Gemälden erzählt.

Katie O, eine Künstlerin, die im Vereinigten Königreich lebt und arbeitet, kooperiert regelmäßig mit Gemeinschaftsgruppen, Schulen und lokalen Unternehmen, um großflächige Kunstwerke zu schaffen, die sowohl die Umgebung widerspiegeln als auch die Menschen darin einbinden. Ihr Ziel ist es, Kunst zugänglich zu machen und den Menschen zu zeigen, wie sie als Teil ihrer Umgebung stolz auf die Kunstwerke in ihrer Nähe sein können.

Kunst ist für alle“, sagt Katie O. „Sie kann dazu verwendet werden, die Umwelt, die Gesellschaft und Dinge, die uns wichtig sind, widerzuspiegeln. Ebenso ist sie ein Medium, um die kulturelle Geschichte eines Gebiets zu erzählen.

Ihr mural auf dem Teufelsberg ist ein faszinierendes Beispiel für ihre Philosophie. Die Künstlerin wollte mit diesem Werk eine „Feier der Verbindung“ schaffen – einer Verbindung zu sich selbst und zu der Welt um uns herum. Die Darstellung einer älteren Frau, umgeben von Tieren, die in den Baumstrukturen verwoben sind, symbolisiert das tiefe Band zwischen Mensch und Natur. Die Bäume und Tiere sind nicht nur einfach Teil der Landschaft, sondern auch Teil der Geschichte der Verbindung, die Katie O zu erzählen versucht.

Wenn wir wahre Verbindung zur Welt um uns herum spüren, kann die Einsamkeit und Isolation schmelzen“, erklärt sie. „Wenn wir uns verstanden fühlen oder Frieden in der Natur finden, wird das Leben zu einer unaufhörlichen Quelle von Freude und Energie.

In der Darstellung der älteren Frau mit grauen Haaren, die sanft und weise in die Ferne blickt, spiegelt sich die Weisheit der Jahre wider. Ihre innere Ruhe und ihr friedlicher Ausdruck verbinden sich mit den kraftvollen und lebendigen Elementen der Natur um sie herum – einer Eule, einem Reh und einem Fuchs. Diese Tiere stehen symbolisch für die verschiedenen Arten von Verbindungen, die wir mit der Natur und uns selbst eingehen können. Sie vermitteln die Botschaft, dass das Alter eine der größten Kräfte sein kann, wenn wir mit uns selbst im Reinen sind und das innere Kind wieder freilassen – verspielt, freundlich und voller Neugier.

Das Wandbild ist nicht nur ein visuelles Meisterwerk, sondern auch ein Aufruf zur Reflexion. Es fordert die Betrachter dazu auf, über ihre eigenen Verbindungen nachzudenken – zu sich selbst, zu anderen und zu ihrer Umgebung. Die Kombination aus der sanften und beruhigenden Farbpalette mit den kraftvollen, aber ruhigen Darstellungen von Tieren und Natur macht das Wandbild zu einem faszinierenden Erlebnis für jeden Betrachter.

Katie O ist eine Künstlerin, die ihre Arbeiten so gestaltet, dass sie nicht nur das äußere Auge ansprechen, sondern auch die inneren Sinne anregen. Ihre Werke haben oft ein magisches Element, das den Betrachter in eine andere Welt entführt und Gefühle von Staunen und Ehrfurcht weckt. Sie versteht es meisterhaft, Geschichten zu erzählen, die in die Fantasie der Menschen übergehen, und lädt ein, mit ihrer Kunst eine tiefere Verbindung zur Welt um uns herum zu finden.

Echoes of Spring

Echoes of Spring
19. – 20. April, 2025

Mate Artist – Zwei Wände, zwei Welten

Wer durch den Teufelsberg spaziert, begegnet an zwei Stellen den eindrucksvollen Arbeiten von Mate Artist, dem aus Italien stammenden und in Berlin lebenden Street Art-Künstler Matteo De Martin Pinter. Seine Werke gehören zu den größten Wandbildern auf dem Gelände – und sie tragen eine klare Handschrift: figurativer Realismus, feine Farbführung und eine deutliche, oft sozial engagierte Aussage.

Achtsamkeit im Alltag

Direkt nach dem Eingang, unterhalb der Kantine auf der linken Seite, findet sich das im April 2023 entstandene Werk „For better use“. Es zeigt eine realistisch gemalte Szene: Zwei Hände halten eine Plastikflasche, die wie eine Coca-Cola-Flasche aussieht, gefüllt mit Wasser und darin steckenden Lilien. Die Flasche ist zu einer improvisierten Vase geworden – ein stiller, aber kraftvoller Akt der Wiederverwendung und Wertschätzung.

Die Haltung der Hände wirkt behutsam, fast zärtlich. Die pastelligen Farben, die detaillierte Textur der Haut, das weiche Licht und der fließende Stoff im Hintergrund verleihen dem Bild eine stille Poesie. Trotz der Einfachheit des Motivs eröffnet das Werk eine vielschichtige Interpretation: Wie gehen wir mit Ressourcen um? Was ist vergänglich, was bleibt? Und wie können wir selbst kleinen Dingen neue Bedeutung geben?

For better use“ ist ein visuelles Plädoyer für bewussten Konsum, Nachhaltigkeit und menschliche Fürsorge – verpackt in einer alltäglichen, aber symbolisch aufgeladenen Szene.

Vision einer neuen Generation

An der Nordseite des Turms prangt seit 2020 das monumentale Wandbild „Millenials“ – mit 265 m² Fläche eines der größten Murals auf dem Teufelsberg. Es zeigt einen Jungen mit dunklen Locken, der durch futuristische pinke Sonnenbrillen in den Himmel blickt. Seine Kleidung erinnert an das Weltall: Planeten, Sterne und kosmische Tiefen breiten sich über sein T-Shirt aus.

Im Hintergrund erhebt sich eine dynamische Komposition aus rosafarbenen Blumen und urbaner Skyline, durchzogen von Lichtpunkten und Bewegungen. Darüber fliegen mehrere großflächige, adlerähnliche Vögel, die dem Werk zusätzliche Symbolkraft verleihen: Weitblick, Freiheit, Zukunft.

Millenials“ ist eine Hommage an eine neue Generation – eine, die zwischen urbaner Realität, digitalen Welten, Klimakrise und sozialem Wandel aufwächst. Das Werk strahlt zugleich Hoffnung, Stärke und Neugier aus.

Street Art als soziales Statement

Matteo De Martin Pinter wurde in einem kleinen Ort in der Nähe von Mailand geboren und lebt seit mehreren Jahren in Berlin. Seit 2008 gestaltet er großflächige Wandbilder in Italien, Europa, dem Kosovo, Brasilien und vielen anderen Ländern. Er studierte an der Akademie der Schönen Künste in Brera, wo sich seine künstlerische Sprache von klassischem Graffiti hin zur Street Art und schließlich zum figurativen Realismus entwickelte.

Seine Kunst versteht er als kontinuierlichen Prozess, in dem er mit verschiedenen Medien experimentiert – auf der Wand ebenso wie im Studio. Besonders wichtig sind ihm soziale Themen: seine Werke sollen nicht nur beeindrucken, sondern erzählen, verbinden und zum Nachdenken anregen. Durch Street Art sind seine Bilder für alle sichtbar – im öffentlichen Raum, direkt zugänglich und unmittelbar erfahrbar.

Mate Artist hat in mehreren Einzel- und Gruppenausstellungen große Erfolge gefeiert. Seit 2010 arbeitet er aktiv in urbanen, privaten und institutionellen Kontexten und nimmt regelmäßig an Street Art- und Graffiti-Festivals weltweit teil.

Mit „Millenials“ und „For better use“ hat Mate Artist auf dem Teufelsberg zwei Werke hinterlassen, die sich inhaltlich wie ästhetisch klar voneinander unterscheiden, aber durch ihre Botschaft verbunden sind: eine Einladung zum bewussteren Sehen, Denken und Handeln.

RommyGon – Love over Power

Im Rahmen des Power of Female Art Festival 2024 schuf die chilenische Künstlerin RommyGon ein beeindruckendes Wandbild auf dem Dach am Teufelsberg – ein Werk, das nicht nur durch seine Größe und Farbgebung beeindruckt, sondern vor allem durch seine klare Botschaft: Solidarität, Empathie und der Wunsch nach Frieden.

Eine stille Geste der Solidarität

Das Wandbild zeigt eine große weiße Taube im Flug – mit weit ausgebreiteten Flügeln, elegant schwebend vor einem blaugrünen Hintergrund. Umgeben ist sie von leuchtend grünen Blättern und drei kräftig roten Blüten, die an Mohnblumen erinnern. Die Taube ist ein universelles Symbol des Friedens, die Mohnblume steht häufig für Erinnerung und Mitgefühl mit den Opfern von Krieg. Gemeinsam formen sie ein Bild, das Hoffnung und Menschlichkeit ausstrahlt.

„Dieses Wandbild ist eine Geste der Solidarität mit dem, was aktuell in der Welt passiert – und mit all den Menschen, die in diesem Moment leiden, besonders in Palästina, im Sudan und im Kongo. Es ist ein Aufruf zur Einheit, zum Frieden und zum Schutz. Love over Power.“

Das Werk ist nur aus der Vogelperspektive zu sehen – vom oberen Galerierundgang oder der Dachterrasse nahe der Radome. Diese Platzierung macht das Bild zu einer stillen Geste, die sich nicht aufdrängt, sondern entdeckt werden will – ein visuelles Zeichen der Fürsorge, fern vom Lärm der Welt.

„Kunst ist meine Stimme, und ich habe beschlossen, sie zu nutzen. Das ist meine aufrichtigste Art auszudrücken, wie ich mich angesichts der aktuellen Weltlage fühle – die ich nicht ignorieren kann. Ich muss mich irgendwie äußern, auf die respektvollste Weise, die mir möglich ist – als Künstlerin, Mutter, Frau und vor allem als Mensch.“

Rommys visuelle Welt

Rommy González wurde 1986 in Santiago de Chile geboren und lebt seit 2014 in Berlin. Nach einer Ausbildung in Design und Art Direction arbeitete sie zunächst im Bereich visueller Kommunikation, bevor sie sich ihrer eigenen künstlerischen Praxis widmete. Seit über zehn Jahren bewegt sich ihre Arbeit an den Schnittstellen von Natur, Wissenschaft, Kunst und menschlicher Verbindung.

In ihrer Kunst erforscht sie mikroskopische wie makroskopische Perspektiven – inspiriert von Geologie, Botanik, Mikrobiologie und Pilzsystemen. Ihr Stil ist organisch, farbintensiv und detailreich. Farbe spielt eine zentrale Rolle in ihren Arbeiten, die oft zwischen wissenschaftlicher Präzision und emotionaler Symbolik balancieren.

Rommy arbeitet in verschiedensten Medien: Malerei, Illustration, Textil, Installation, Video und Performance. Besonders bekannt ist sie für ihre farbenfrohen großflächigen Wandbilder im öffentlichen Raum, die sie in Chile, Mexiko, Deutschland, Frankreich, Spanien, Irland, den USA, Hongkong und anderen Ländern realisiert hat.

Mit ihrer Arbeit auf dem Teufelsberg gelingt ihr ein leiser, aber kraftvoller Aufruf: für Gemeinschaft statt Spaltung, für Liebe statt Gewalt, für Frieden statt Macht. Das Werk lädt nicht nur zum Hinschauen ein, sondern zum Innehalten und Mitfühlen. In einer Zeit, in der viele Stimmen laut sind, ist Rommy González’ Kunst ein stilles, aber starkes Zeichen: Love over Power.